Hilma af Klint war eine schwedische Malerin und Mystikerin, die als eine der frühesten Pionierinnen der abstrakten Kunst gilt. Geboren 1862 in Stockholm, studierte sie an der Königlichen Kunstakademie, wo sie in traditionellen Malstilen wie Porträt- und Landschaftsmalerei ausgebildet wurde. In ihrer frühen Karriere arbeitete sie in einer realistischen Manier, war aber auch zutiefst an Wissenschaft, Philosophie und spirituellen Ideen interessiert, die die unsichtbaren Strukturen der Realität erforschten.
Im Laufe der Zeit verlagerte sich ihre künstlerische Praxis dramatisch zur Abstraktion, lange bevor diese zu einer anerkannten Bewegung in der modernen Kunst wurde. Sie schuf große Werkserien, oft inspiriert von spirituellen Erfahrungen und symbolischen Systemen, unter Verwendung geometrischer Formen, kräftiger Farben und komplexer Kompositionen. Eine ihrer wichtigsten Serien, "Der Schwan", erforscht Themen wie Dualität, Transformation und die Beziehung zwischen Gegensätzen wie Licht und Dunkelheit oder Männlichem und Weiblichem.
Im Gegensatz zu vielen Künstlern ihrer Zeit glaubte af Klint, dass ihr Werk für ein zukünftiges Publikum bestimmt sei und wies an, dass es erst viele Jahre nach ihrem Tod öffentlich gezeigt werden sollte. Aus diesem Grund wurde ihr Einfluss erst Jahrzehnte später vollständig anerkannt. Sie starb 1944 und hinterließ ein riesiges und visionäres Werk, das heute als grundlegend für die Entwicklung der abstrakten Kunst angesehen wird.